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Beständeübersicht

Überlieferungen städtischer Parlamente, Regierungs- und Verwaltungsorgane

Die amtliche Überlieferung der Stadt gliedert sich in mehrere Teilbestände. Die ältere Magistratsüberlieferung umfasst den Zeitraum von 1253 bis 1945. Dieser Teilbestand weist einige Kriegsverluste auf und konnte nur teilweise wieder hergestellt werden. Mit 298 Urkunden, 499 Amtsbüchern, 302 Karten sowie 276 lfd. Meter Akten ist er noch immer sehr umfangreich und dokumentiert nach wie vor die herausragende Bedeutung, die Frankfurt als brandenburgische Handelsmetropole, als Universitäts- und Garnisonsstadt sowie als Verwaltungszentrum eines der größten preußischen Regierungsbezirke besaß. Weitere Teilbestände umfassen die Registraturschichten nach 1945. Neben den politischen Gremien und der Verwaltungspraxis einer Bezirksstadt in der DDR und eines Oberzentrums im östlichen Grenzraum der Bundesrepublik, dokumentieren diese Teilbestände auch die großen gesellschaftlichen Umbrüche, die Frankfurt nach 1945 und nach 1990 zu bewältigen hatte. Die eingemeindeten Ortschaften Güldendorf, Booßen, Hohenwalde und Lossow bilden weitere Bestände ebenso der Stadtverwaltung nachgeordnete städtische Betriebe und soziokulturelle Einrichtungen der Daseinsfürsorge sowie städtische Beteiligungsgesellschaften.  

Überlieferungen von Organisationen, Vereinen und Verbänden

Das Stadtarchiv verwahrt nichtamtliche Überlieferungen von beruflichen, politischen, sozialen und kulturellen Institutionen, darunter der bis in das 16. Jahrhundert zurückreichende Bestand der Vereinigten Kaufmannschaft. Von den seit dem Mittelalter bestehenden handwerklichen Vereinigungen sind nur einige Urkunden und Amtsbücher überliefert. Dagegen sind die erst nach dem Krieg übernommenen Unterlagen der Fischerinnung der Gubener Vorstadt und der Schützengilde vollständig überliefert, sie reichen bis in die Frühe Neuzeit zurück. Nach 1945 sind Unterlagen weiterer in der Stadt aktiver Institutionen übernommen worden, darunter unter anderem die Betriebsberufsschule der Handelsorgansation Olga Benario, die Arbeiterwohngenossenschaft Friedensgrenze, die Kommission zur Erforschung der Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung der SED-Kreisleitung, der Bezirksverband der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR, der Amateur-Film-Club oder der Sportverein Turbine 52.

Überlieferungen privater und volkseigener Wirtschaftsbetriebe

Von den Unterlagen der älteren Betriebe Frankfurts hat kaum etwas den Zweiten Weltkrieg überstanden, lediglich die Baumschule Jungclaussen ist dichter überliefert. Nach 1990 wurden von der Treuhandanstalt einzelne Unterlagen oder Teilregistraturen abgewickelter volkseigener Betriebe übernommen. Der VEB Dienstleistungskombinat, das Heizkraftwerk Finkenherd oder der Fotografiebetrieb Fricke zählen zu den umfangreicheren Beständen. Die betrieblichen Unterlagen werden ergänzt durch die Sammlung von Betriebschroniken, Festprogrammen und Fotografien des Arbeitsalltags oder besonderer betrieblicher Ereignisse.

Überlieferungen von Personen und Familien

Das Stadtarchiv verwahrt Nachlässe und Dokumentensammlungen zu Frankfurter Persönlichkeiten, darunter der Architekt W. Beringer, Rektor H. Bieder, Stadtkämmerer W. Gorsky, Oberbürgermeister F. Krause, Akademischer Zeichenlehrer H. Mühle, Violinvirtuose W. Post, Oberbürgermeister G. Richter, Reichsbankdirektor A. Ruge, Oberbürgermeister Dr. med. E. Ruge, Oberlandesgerichtspräsident Dr. E. F. Scheller, Rektor H. Trebbin. Übernommen wurden zudem schulische und berufliche Qualifikationen und Zeugnisse der Frankfurterinnen und Frankfurter von staatlichen Institutionen sowie Stammbücher etwa von Studierenden der alten Frankfurter Universität.

Historische Dokumentation

Das Stadtarchiv dokumentiert städtische Lebenswelten aus allen Epochen und Lebensbereichen. Dokumente, die die Strukturen, Phänomene und Ereignisse der Stadt und deren Eingemeindungen erforschbar machen, werden gezielt gesammelt und übernommen. Bedeutend sind unter anderem Unterlagen aus Kindergärten, Schulen und Betrieben sowie Architektur- und Stadtplanungsunterlagen von privaten Unternehmen.

Bibliothek und Sammlungen

Die Archivbibliothek ist eine Spezialbibliothek zur Stadt-, Regional- und Universitätsgeschichte. Erwachsen unter anderem aus der Ratsbibliothek, der Bibliothek des Friedrichsgymnasiums und der alten Archivbibliothek umfasst sie ca. 16.000 Bände, darunter 34 Inkunabeln ab 1470. Die Zeitungs- und Zeitschriftensammlung zählt mehr als 100 Titel, von den Gelehrtenblättern des 18. Jahrhunderts, wie die „Neue Frankfurter Gelehrten Anzeigen“, über die „Frankfurter Oder-Zeitung“ von 1811 bis 1945, bis hin zu der bestehenden „Märkischen Oderzeitung“. Sammlungsschwerpunkte bilden frühneuzeitliche Druckwerke der von 1506 bis 1811 bestehenden Frankfurter Universität. Die Grafiksammlung wurde ab 1925 aufgebaut und enthält Holzschnitte, Kupfer- und Stahlstiche, Lithografien, Radierungen und Aquarelle mit Stadtansichten ab 1548. Rund 800 Karten und Pläne dokumentieren die bauliche und sozialtopografische Entwicklung der Stadt und der Umgebung von 1706 bis zur Gegenwart. Während des 2. Weltkriegs ging die ältere Fotosammlung fast vollständig verloren. Sie musste neu aufgebaut werden. Mit derzeit rund 60.000 Aufnahmen bebildert sie die städtebauliche und gesellschaftliche Entwicklung der Stadt von 1845 bis zur Gegenwart. Der Bestand wächst kontinuierlich vor allem durch die fotografische Dokumentation des Stadtumbaus. Die Filmsammlung begründet sich aus der Übernahme von 248 Filmen des ehemaligen Frankfurter Amateur-Film-Clubs von 1963 bis 1989. Sie wird stetig ergänzt durch die Sammlung von privaten und gewerblichen Filmaufnahmen. Die seit 1960 aufgebaute Plakatsammlung umfasst derzeit fast 6.000 Stück und besteht hauptsächlich aus Wahlplakaten politischer Parteien sowie aus Plakaten zu wirtschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen.

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