Stadtarchiv Frankfurt                                                                                                                                    Aktuelles / Veranstaltungen

 

News


 

Zum Jahreswechsel

 

Am 20. Dezember, dem letzten Benutzertag, schließt der Benutzersaal des Stadtarchivs für das Jahr 2018. Schon jetzt zurückblickend, bleibt festzustellen, dass in diesem Jahr mit 313 Benutzern (Stand 6.12.2018) weniger als sonst den Weg in das Stadtarchiv fanden. Diese Verringerung liegt vor allem darin begründet, dass infolge der Vorbereitung des Umzuges des Stadtarchivs in die ehem. Bürgerschule der gesamte Bestand der Baupolizeiakten und große Teile des Bestandes nach 1945 wie jetzt auch die gesamte Karten- und Plansammlung sowie der Urkundenbestand ausgelagert und somit nicht mehr für die gegenwärtige Benutzung zur Verfügung stehen. Eine weitere Ursache ist die 2015 aus personellen Gründen eingeführte Reduzierung der wöchentlichen Öffnungszeit auf zwei Tage - wobei besonders auswärtige Benutzer sich wieder die Einführung der durchgehenden Benutzungszeit von Dienstag bis Donnerstag wünschen.

Gegenüber den Vorjahren hat sich ebenfalls die Zahl der eingetroffenen Anfragen verringert. In diesem Jahr wurden bislang 561 (Stand 6.12.) schriftliche Anfragen beantwortet.

Ein besonderer Schwerpunkt der laufenden Arbeit des Stadtarchivs in diesem Jahr war die Vorbereitung des bevorstehenden Umzuges des Stadtarchivs. Dazu wurde schon ein Großteil des Bestandes in archivgerechte Kartons und Mappen eingelegt. Gefördert mit Mitteln des Bundes und des Landes konnte die Karten- und Plansammlung sowie, jetzt gerade abgeschlossen, der Urkundenbestand in geeigneten Kartonagen und Behältnissen untergebracht werden.

Eine große Erleichterung ist es, dass es mit der Einstellung von Frau Mandy Baumann gelang, die Stelle des Magazinmeisters mit einer qualifizierten Mitarbeiterin neu zu besetzen.

Ab 3. Januar 2019 ist der Benutzersaal wieder für die Benutzung geöffnet. Die Benutzung wird dann jedoch nur bis April möglich sein. Danach schließt der Benutzersaal im Collegienhaus und wird – nach jetziger Planung - im Sommer 2019 im neuen Haus neu eröffnet.

Der im Jahre 2016 begonnene Umbau der ehemaligen Bürgerschule in der Rosa-Luxemburg-Straße zum neuen Archivstandort wird voraussichtlich Ende April 2019 soweit vollendet sein, dass das Stadtarchiv in das denkmal- und archivgerecht umgebaute Haus in der Rosa-Luxemburg-Straße einziehen kann. Nach der Neueinweihung des Stadtarchivs finden dann auch wieder die öffentlichen Sitzungen des Historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V. im Stadtarchiv statt (welche ab sofort bis zur Sommerpause 2019 im Museum Viadrina durchgeführt werden).

Der Schwerpunkt der archivischen Arbeit im nächsten Jahr wird die weitere Vorbereitung und dann die eigentliche Durchführung des Umzuges sein. Dies erfolgt unter Verantwortung des neuen Leiters des Stadtarchivs, der, nach dem Erreichen der Altersgrenze des bisherigen Stadtarchivars, am 1. Februar 2019 sein Amt antreten wird.

Schon jetzt für das neue Jahr vorzumerken: Am 6./ 7. Mai 2019 findet der nächste Brandenburgische Archivtag in Frankfurt (Oder) statt.

 

Das Stadtarchiv wünscht allen Benutzern, Kollegen und Freunden ein besinnliches Weihnachtsfest und ein erfolgreiches und schönes Jahr 2019.

 


 

Neue Schenkung an das Stadtarchiv

 

Am 6. November erhielt das Stadtarchiv von der Fielmann AG eine kostbare Schenkung. Der Nachlass des einstigen Frankfurter Oberbürgermeisters Georg Richter konnte aus dem Besitz seiner heute in Starnberg lebenden Nachkommen für unsere Stadt Frankfurt (Oder) erworben werden. Damit setzt das Unternehmen, das mit einer großen Filiale in unserer Stadt vertreten ist, ihr seit nunmehr 15 Jahren andauerndes Engagement für die historische Überlieferung der Stadt, die einst – von 1772 bis 1789 durch den Nürnberger Optiker Hieronymus Meyer – ein Zentrum der Brillenproduktion war, fort.

Über die Übergabe des Nachlasses am 6. November 2018 berichteten unter anderem die „Märkische Oderzeitung“ und „Der Oderlandspiegel“.

                                                                                                                                           

 

Ehrenbürger Wilhelm Eduard Georg Richter (1853-1915) –Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder) von 1903 bis 1917                                                                                       Optikermeister Ulrich Renner (rechts) und Stadtarchivar Ralf-Rüdiger Targiel zeigen den übergebenen

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Ehrenbürgerbrief von Georg Richter. Foto: Baumann/ Stadtarchiv Frankfurt (Oder)

 

 

In der „Märkischen Oderzeitung“ vom 8. November, Seite 16, erschien nachfolgender Beitrag:        

„Stadtgeschichte pur“ / Archiv erhält Schenkung aus dem Nachlass des einstigen Oberbürgermeisters Georg Richter

Von Thomas Gutke

Frankfurt. Seine Amtszeit prägt das Stadtbild noch heute. Die Rede ist von Georg Richter, Oberbürgermeister von 1903 bis 1917. Jetzt gelang es dem Stadtarchiv mit Unterstützung des Unternehmens Fielmann, den Nachlass des Frankfurter Ehrenbürgers zu sichern.

Briefe, Reden, Urkunden und Dutzende weiterer Dokumente aus der Zeit um die Jahrhundertwende: Ralf-Rüdiger Targiel breitete einen kostbaren historischen Schatz auf dem großen Tisch in seinem Büro aus. „Das ist Stadtgeschichte pur“, freute sich der Stadtarchivar über den aus Privatbesitz angekauften Nachlass, den Optikermeister Ulrich Renner am Dienstag offiziell als Schenkung der Stadt übergab. Wobei sich die wertvollen Dokumente schon länger in Obhut des Archivs befanden, wie Ralf-Rüdiger Targiel erklärte. „Der Nachlass wurde uns schon vor einer Weile von einem Nachkommen aus Starnberg zum Kauf angeboten. Da wir das nicht finanzieren konnten, wurde er uns zunächst als Depositum überlassen. Jetzt konnten wir die Dokumente in das Eigentum der Stadt übernehmen.“

Möglich gemacht hat das die Fielmann AG mit ihrer Niederlassung in Frankfurt. Das Augenoptik-Unternehmen unterstützt die Stadt bereits seit 2004 Jahr für Jahr beim Ankauf wertvoller Archivalien; darunter Gemälde, Urkunden, Nachlässe. „Wir haben der Stadt und den Bürgern viel zu verdanken, da geben wir gerne etwas zurück“, sagt Niederlassungsleiter Ulrich Renner.

Wilhelm Eduard Georg Richter wurde 1853 als Sohn eines Juweliers und Goldschmieds in Frankfurt geboren. Bereits ab 1882 nahm der Jurist  als Stadtrat Einfluss auf die Geschicke der Stadt. Von 1891 bis 1902 war er in Hirschberg als Oberbürgermeister tätig, ehe er in seine Heimatstadt zurückkehrte, zum Stadtoberhaupt gewählt und am 1. Oktober 1903 ins Amt eingeführt wurde. „Während seiner Amtszeit ist in Frankfurt unheimlich viel passiert“, sagt Targiel. Zu den wichtigen Projekten, die er teils von seinem Vorgänger übernahm, zählt etwa der 1913 errichtete Anbau am Rathaus. Zudem wurden die Stadtbücherei (1906) und das Real-Gymnasium (1911/heute Liebknecht-Gymnasium) eröffnet. Auch bekam Frankfurt ein Denkmal für den bekanntesten Sohn der Stadt, den Dichter Heinrich von Kleist (1910). 1915 wurde Richter für eine zweite Amtszeit gewählt. „Doch mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges veränderten sich die Anforderungen an das Amt. Er war der richtige Mann für seine Zeit. Aber Problemen wie der Nahrungsmittelknappheit war er bald nicht mehr gewachsen“, erklärt der Stadtarchivar. Im Herbst 1916 bat der OB um die Versetzung in den Ruhestand, am 1. Februar 1917 schied er aus dem Amt aus. Wenige Tage später ernannte ihn die Stadt zum Ehrenbürger. Er verstarb im Jahr 1925.

Der handgefertigte Bürgerbrief zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde gehört zu den wertvollsten Stücken der Sammlung. Er ist mit einem Ledersiegel versehen und bildet ikonografisch das Selbstverständnis einer von Industrialisierung und Handel geprägten Stadt ab. Daneben finden sich in dem Nachlass aber auch Dokumente wie ein Reisepass im Zeitungsformat, mit dem Richters Vater seinerzeit nach Wien reiste. Oder eine genealogische Übersicht über die Familiengeschichte, die bis in das Jahr 1660 zurückreicht. Stadtgeschichtlich von großer Bedeutung ist ebenso eine Sammlung ausgewählter Redemanuskripte; ein Weihnachtsgeschenk an den Sohn.

Zu den kuriosen, aber nicht minder interessanten Hinterlassenschaften zählen Speise- und Getränkekarten. Sie lassen Rückschlüsse auf die Preisentwicklung für Nahrungsmittel zu. Und geben Ralf-Rüdiger Targiel Grund zu der Annahme:  „Georg Richter muss ein ausgesprochener Weinliebhaber gewesen sein.“

 

 

 


 

Frankfuter Teleexpress 1964-1976

Eine weitere Schenkung betrifft mehrere Jahrgänge einer Betriebszeitung der Deutschen Post: Frankfurter Teleexpress von 1964-1976 : Organ der Betriebsparteiorganisation der SED der Bezirksdirektion Deutsche Post Frankfurt (Oder). Hier gewinnt man einen Einblick in das gesellschafts-politische durchorganisierte Arbeitsleben in der damaligen DDR.

 


 

Dokumente zu Konrad Wachsmann

 

                                                                                                                                                                                                                                                          

Frau Ursula Müller aus Frankfurt (Oder) übergab dem Stadtarchiv aus dem Nachlass ihres Mannes Dieter Müller,     einst Direktor der Ingenieurschule für Bauwesen Außenstelle Frankfurt (Oder), Materialien zu dem bedeutenden     Architekten Konrad Wachsmann (geb. 1901 in Frankfurt (Oder), gest. 1980 in Los Angeles). Darunter befinden sich     neben Kopien von persönlichen Dokumenten, wie Geburtsurkunden, Zeugnisse, Fotos auch Unterlagen zur     Emigration in die USA. Interessant ist hierbei zum Beispiel ein Briefwechsel Albert Einsteins mit Walter Gropius -     damals Harvard Universität in Cambridge - von 1939/40, in dem es um die Unterstützung Wachsmanns für seine     Emigration geht. Wachsmann lebte von 1932-1938 in Rom, musste dann aufgrund seiner politischen Einstellung     und     seiner jüdischen Herkunft nach Paris emigrieren. Von dort gelang ihm schließlich 1941 die Flucht in die     USA.    

Weitere Dokumente, wie z.B. einen Briefwechsel zwischen Wachsmanns Ehefrau Judith und dem damaligen     Oberbürgermeister Fritz Krause geben Auskunft über die "Heimkehr" Wachsmanns nach seinem Tode, der auf     eigenen Wunsch am 10.12.1981 in seiner Geburtsstadt Frankfurt (Oder) beigesetzt wurde.

 

 

 


 

Dokumente zu Achilles Korn und Familie Korn

 

 

Von Dr. Klaus-Henning Korn aus Berlin enthielt das Stadtarchiv unlängst als Schenkung: Dokumente, Schriftstücke und Fotos aus dem Nachlass des Goldschmiedemeisters Achilles Korn sowie Zeugnisse zur Familiengeschichte der Korns - u.a. zB. eine Medaille der Loge zum aufrichtigen Herzen, die Achilles Korn und seine Frau Katharina Korn anlässlich ihrer Silberhochzeit 1929 erhielten. Achilles Korn (1870-1945) übernahm 1896 ein Juweliergeschäft des Goldschmiedes Oscar Migge in der Großen Oderstraße 45. Nach mehreren Ortswechseln eröffnete er zuletzt sein renommiertes Geschäft am Wilhelmsplatz 1, das er dort gemeinsam mit seinem Sohn bis zu seinem Tode führte.

 

 

 

 

 

 

                                             

 

 

 


 

Neuer Archivkalender für das Jahr 2019 erschienen

 

Am 20. September wurde in der Lukas-Buchhandlung, Franz-Mehring-Str. 4, der neue historische Archivkalender der Öffentlichkeit vorgestellt. Es ist der nunmehr siebente historische Kalender, den das Frankfurter Stadtarchiv gemeinsam mit der Kalendermanufaktur Verden erarbeitet hat. Der Kalender mit dem Titel „Alt-Frankfurt a./ O. aus der Luft“ zeigt Frankfurt im Luftbild im Jahr 1918, 1929 und kurz vor der Zerstörung im Jahr 1945. Den Monatsblättern mit zum Teil bisher unveröffentlichten Schräg- und Senkrechtluftbildern ist wieder, wie in den Jahren zuvor, ein historischer Überblick zum Kalenderthema vorangestellt. Diesmal wird beschrieben, wie sich Frankfurts Traum vom Fliegen vom 18. Jahrhundert bis zum Ende des Flugbetriebes in Kunersdorf – dem heutigen Kunowice, Teil des Frankfurt benachbarten polnischen Kreises Słubice – verwirklichte. Ein bedeutender Tag in dieser Geschichte war der 22. Juli 1929, als vor fast 90 Jahren, Frankfurts Oberbürgermeister Georg Richter den Verkehrsflugplatz eröffnete und von da an, für einige wenige Jahre, die Frankfurter mit den von hier startenden Zubringerflugzeugen in die Metropolen der Welt fliegen konnten. Der Kalender kostet 19,00 € und ist, neben der Lukas-Buchhandlung, auch in der Ullrich von Hutten-Buchhandlung und der Tourist-Information zu kaufen.

 

 

 

 


 

Neuer Termin zur nächsten Sitzung des Historischen Vereins im Stadtarchiv

 

Die ursprünglich für den 25. September geplante Monatssitzung des Historischen Verein muss aus terminlichen Gründen verschoben werden. Sie findet erst eine Woche später, am Dienstag, den 2. Oktober im Stadtarchiv statt. An diesem Vereinsabend, der wie immer um 19 Uhr beginnt und zu dem Gäste wieder herzlich willkommen sind, wird OA Ralf-Rüdiger Targiel über die Stadt Frankfurt als Mitglied des alten hansischen Bundes und der Hanse der Neuzeit berichten. Dabei wird auch mit Filmen an die Beteiligung am Hansetag in Bergen/ Norwegen 1996 und den 23. Hansetag in unserer Stadt im Jubiläumsjahr 2003 erinnert. Im Anschluss spricht Dr. Martin Schieck über die "besessene" Magd in Frankfurt, über diesen Vorfall und Hintergründe in der frühen Reformationszeit. Den Vorträgen folgt der Informationsteil mit Hinweisen auf neue stadt- und landeshistorische Literatur, zum Umbaustand des neuen Stadtarchivs und anderes. Der Vereinsabend schließt mit einem nichtöffentlichen Teil, in dem die Vereinsmitglieder über die Aufnahme eines neuen Mitgliedes beraten werden.

 

 


 

Digitaler Bibliothekskatalog zur Zeit nicht nutzbar

 

Der digitale Bibliothekskatalog des Stadtarchivs war bisher über den Server der Frankfurter Universitätsbibliothek nutzbar. Durch Umstellung der Universitätsbibliothek auf ein neues System ist der Katalog nicht mehr nutzbar. Das Stadtarchiv beabsichtigt deshalb, den Bibliothekskatalog über den eigenen Server zu betreiben. Leider ist dies nur langfristig, nach dem Umzug in das neue Haus, möglich. Voraussichtlich wird der Katalog in der 2. Hälfte 2019 wieder online sein. Bis dahin wird empfohlen, telefonisch oder schriftlich anzufragen, ob ein gesuchtes Buch in der Archivbibliothek des Stadtarchivs vorhanden ist.

 

Sie erreichen das Stadtarchiv bis zum Umzug wie folgt:

Telefonisch: 0335 6803004 (Benutzerraum) oder 0335 40070224 (Archivbibliothek/Sammlungen)

Schriftlich

Collegienstr. 8-9, 15230 Frankfurt (Oder)

Mail: stadtarchiv@frankfurt-oder.de

Die ursprünglich für den 25. September geplante Monatssitzung des Historischen Verein muss aus terminlichen Gründen verschoben werden. Sie findet erst eine Woche später, am Dienstag, den 2. Oktober im Stadtarchiv statt. An diesem Vereinsabend, der wie immer um 19 Uhr beginnt und zu dem Gäste wieder herzlich willkommen sind, wird OA Ralf-Rüdiger Targiel über die Stadt Frankfurt als Mitglied des alten hansischen Bundes und der Hanse der Neuzeit berichten. Dabei wird auch mit Filmen an die Beteiligung am Hansetag in Bergen/ Norwegen 1996 und den 23. Hansetag in unserer Stadt im Jubiläumsjahr 2003 erinnert. Im Anschluss spricht Dr. Martin Schieck über die "besessene" Magd in Frankfurt, über diesen Vorfall und Hintergründe in der frühen Reformationszeit. Den Vorträgen folgt der Informationsteil mit Hinweisen auf neue stadt- und landeshistorische Literatur, zum Umbaustand des neuen Stadtarchivs und anderes. Der Vereinsabend schließt mit einem nichtöffentlichen Teil, in dem die Vereinsmitglieder über die Aufnahme eines neuen Mitgliedes beraten werden.

 


 

Informationen zum Notfallverbund

 

Archive und Bibliotheken in Frankfurt (Oder) und Slubice vereinbaren Verbund zur gegenseitigen Unterstützung in Notfällen

Nach langer Vorbereitung wurde am 20. September 2016 im Collegium Polonicum die Vereinbarung für den regionalen Notfallverbund Frankfurt (Oder)/ Slubice unterzeichnet. Um schnell und bestmöglich auf Hochwasser, technische Defekte oder auch Brände reagieren zu können, haben das Frankfurter Stadtarchiv, das Collegium Polonicum mit der Bibliothek und dem Karl Dedecius Archiv, die Außenstelle Frankfurt (Oder) des Stasi-Unterlagen-Archivs (BStU), Universitätsbibliothek und -archiv der Europa-Universität Viadrina die Vereinbarung zur gegenseitigen Unterstützung in Notfällen getroffen. Die beteiligten Institutionen werden sich in akuten Gefährdungssituationen für das bei ihnen lagernde Kulturgut durch unvorhersehbare Ereignisse gegenseitig unterstützen.
Dr. Krzysztof Wojciechowski vom Collegium Polonicum unterstrich bei der Unterzeichnung der Vereinbarung, dass es sich um den ersten grenzüberschreitenden regionalen Notfallverbund zwischen Archiven und Bibliotheken aus Deutschland und Polen und einen von wenigen in Europa handelt. „Bereits die intensiven Gespräche für diese Notfallkooperation zwischen den Einrichtungen in Slubice und Frankfurt (Oder) haben uns einander nähergebracht und die Kenntnis zu den Aufgaben der Kooperationspartner erhöht.“
Die Teilnehmer des Notfallverbundes setzen darauf, dass der grenzüberschreitende, spartenübergreifende Verbund in einem hoffentlich nie eintretenden Notfall Ressourcen und Erfahrungen aller Partner zugänglich macht. Die Institutionen haben sich im Vorfeld zu ihren Notfallplänen, der Notfallausrüstung und den örtlichen Gegebenheiten abgestimmt und informiert.
„Wir alle haben die Bilder des eingestürzten großen historischen Archiv der Stadt Köln und die Anna Amalia Bibliothek nach dem Brand in Weimar in Erinnerung. Besonders in der ersten Phase zur schnellen Bergung und Sicherung des Kulturgutes braucht es eine starke regionale Partnerschaft“, sagte Ralf-Rüdiger Targiel, Leiter des Frankfurter Stadtarchivs. So geht es beispielsweise um die Zwischenlagerung von Archivalien nach einem Notfall in geeigneten und gesicherten Archivräumen.
„Als Teil einer großen Bundesbehörde können wir im Katastrophenfall in unserem Archivbereich archivgerechte Notfalllagerung absichern und auch wertvolles Archivgut retten“, sagt der Leiter der BStU, Rüdiger Sielaff.
Die Leiterin des Universitätsarchivs der Viadrina Frau Dr. Brockmann und die Bibliotheksdirektoren Herr Dr. Happel und Herr Dr. Klauß betonten die spartenübergreifende Konzeption des Notfallverbunds. Archive und Bibliotheken arbeiten hier zusammen, bündeln ihre Kräfte und können im Falle eines Notfalls gemeinsam mit größerer Effizienz umgehend und zielorientiert reagieren. „Von dieser Strategie können auch die Bibliothek des Collegium Polonicum und das Karl Dedecius Archiv mit ihren wertvollen und für die Verständigungspolitik zwischen Deutschland und Polen so wichtigen Beständen profitieren.“ – bemerkten Grazyna Twardak, die Leiterin der Bibliothek des Collegium Polonicum und Blazej Kazmierczak, der Leiter des Karl Dedecius Archivs.
„Der Notfallverbund ist ein wichtiger Schritt zur Vernetzung von Institutionen diesseits und jenseits der Oder“, sagte Rüdiger Sielaff, der Leiter der Frankfurter BStU, „Er soll auch durch regelmäßige Treffen dem weiteren fachlichen Austausch dienen.“