Stadtarchiv Frankfurt (Oder)

FAQ


Else Martha Frida Noack (1955-1960)

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Als erste Frau im Amt des Oberbürgermeisters wählte die Stadtverordnetenversammlung am 15. April 1955, auf Vorschlag der SED, Else Noack einstimmig für die Funktion des „Oberbürgermeisters als Vorsitzender des Rates“. 1913 in Züllichau geboren, hatte sie Verkäuferin gelernt. 1955 kam N. von Angermünde nach Frankfurt. Zwei Jahre später erfolgte ihre Wiederwahl. Die Stadtverordnetenversammlung wählte am 5. Juli 1957 auf Vorschlag des demokratischen Blocks des Stadtkreises Frankfurt (Oder) mit dem Beschluss Nr. 2 den gesamten Rat, d. h. Oberbürgermeister(in), drei Stellvertreter des Oberbürgermeisters sowie acht weitere Mitglieder des Rates. Während ihrer Amtszeit wurde mit der Umsetzung der außerhalb der Stadt erstellten Endplanung für das wiederaufzubauenden Stadtzentrum (Staatliches Entwurfsbüro für Stadt- und Dorfplanung des Ministeriums für Aufbau Halle, 1956) begonnen (28. Mai 1956 Beginn der Hochbauarbeiten – Wollenweberstr. ). Die Gr. Scharrnstraße als durchgehende Hauptstraße war nicht mehr vorgesehen. Die Karl-Marx-Straße wurde – trotz Kritik eines anderen Entwurfsbüros- als einzige Einkaufs- und Verkehrsstraße gebaut. Die Feinstruktur des alten Stadtgrundsrisses wie „regional charakteristische Gestaltungsmerkmale“ wurden ignoriert. Es war die Zeit, als nach angefangener Sanierung und trotz des Vetos der Denkmalpflege - infolge von Beschwerden einzelner- bis auf einen kleinen Teil die Reste der Stadtmauer beseitigt wurden. An neuen Bauten wurde unter anderem das Lichtspieltheater der Jugend (1. Mai 1955) eröffnet. Am 2. Januar 1958 begann die Geschichte des Frankfurter Halbleiterwerkes, in dem 1989 über 8. 000 Frankfurter arbeiteten. Die ersten Frauen begannen in der ehemaligen Thomas-Müntzer-Berufsschule mit der Produktion von Glasdioden in Kleinproduktion. N. wurde, nachdem sie 1959 ein Studium zum Dipl. -Juristen beendete, am 7. Juni 1960 als Oberbürgermeisterin abberufen und schied am 10. Juli 1960 aus dem Rat der Stadt aus. Else Noack verstarb am 17. Februar 2001 in Frankfurt (Oder).