Stadtarchiv Frankfurt (Oder)

FAQ


Dr. Johann Gottlieb Lehmann (1816-1837)

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Um die Nachfolge von K. H. Endell bewarb sich auch Dr. jur. Johann Gottlieb Lehmann. Der am 29. Juli 1781 in Quartschen in der Neumark geborene L. war seit 1809 Landrat des Kreises Lebus (Sitz in Frankfurt). 1816, als L. zum Oberbürgermeister gewählt wurde, veränderte sich die Zuordnung der Stadt. Sie wurde aus dem Lebuser Kreis ausgegliedert und bildete einen eigenen Kreis Frankfurt (Oder) mit der Kreisstadt Frankfurt. L. wurde dreimal als Oberbürgermeister wiedergewählt (22. Oktober 1818, 21. Dezember 1826, 16. Januar 1834). Mitten in seiner dritten Amtsperiode erfolgt eine weitere Veränderung der Stadtzuordnung. Frankfurt wurde selbstständiger Stadtkreis und damit der Regierung direkt unterstellt. Noch vor Ablauf seiner bis 1840 reichenden Amtszeit, legte er am 24. Juli 1837 plötzlich sein Amt nieder. Sein Rücktritt stand vermutlich mit dem Tod seines ältesten Sohnes in Verbindung. Lehmann zog sich auf sein Rittergut in Diedersdorf zurück, wo er am 3. Oktober 1853 verstarb.
Während seiner Amtszeit begann die Stadt über ihre Grenzen hinauszuwachsen. Die alte Stadtbefestigung wurde beseitigt (Lebuser-/Gubener Tor 1821/1822) und mit der Errichtung des Neuen Marktes begonnen (1834, später Wilhelmsplatz). Statt der westlichen Wall- und Grabenanlage entstanden, unter persönlicher Anteilnahme von L., ein Park (1833-1845, heutiger Lennè-Park). Beim Magistrat wurde die städtische Sparkasse gegründet (1822).